VIYANA VIYANADA VIYANAM

 

Im Mittelpunkt eine konstruierte Ehe. Der links orientierte Asylant Servet ist sich schnell klar: er will Papiere, er will Gül heiraten. Die Sache passt, Gül ist trotz ihres traditionellen Hintergrunds von ihrem Cousin, dem Herrn Exmann geschieden und hat einen Sohn. Und zudem für Servet bald mehr als nur ein Mittel zum Zweck. Die Sache lässt sich somit gut an. Bis Servet auf Silvia trifft ...

 

Eine der vielen wie DNS-Moleküle verkettete Sippschaften, die ihren eigenen Mikrokosmos gebildet haben, ist minimal aufgebrochen. Die Schwester von Güls Exmann ist noch immer mit Güls Bruder verheiratet.

 

Wie die Großstadtkinder der ruralen Gastarbeiter tanzen, wie schwer es für die zweite, dritte Generation ist, sich von der Last der hierarchischen, ersten Generation zu befreien ... wem gehört eigentlich die Stadt? Zum Beispiel der türkischen Familie Caliskan, deren Tochter Gül oder ihrem neuen Ehemann Servet oder Güls Exmann, der Stadtmutter Josefine Steiner, der Studentin Silvia, dem Herrn Def oder dem Lehrer Herbert, der Frau Chefin der Wienerbrotfiliale oder dem Donausohn, dessen Identität den blauen Fluss hinuntergeflossen ist oder dem kaukasischen Musiker oder den vielen anderen, die sich um die Dreiecksgeschichte um Silvia, Servet und Gül herum bewegen und begegnen.

 

Ausländer, Außenseiter und außergewöhnliche Orte und deren gegenseitige Anziehungskraft. Wie sie sich finden, wie sie miteinander umgehen, sich gegenseitig unterstützen und auch wieder abgrenzen. Was der Raum bietet, warum sie sich isolieren und mit welchen Philosophien sie ihr Leben füllen. Wenn sie zusammenkommen, warum ist die Farbe anders?

 

Eine Menschenlandschaft mit verschiedenen Charakteren und die Stadt Wien mit ihren Plätzen, Bezirken und Geschichten. Ein blitzschnelles Eintauchen in die eigenwilligen Stationen der Wiener Welten.

Schmutz der Zeit, Dogan&Wolf